Linsenchirurgie

Linsenaustausch in Graz

Beim refraktiven Linsenaustausch wird die natürliche Linse entfernt und durch eine individuell berechnete Kunstlinse ersetzt.

Kunstlinse statt natürlicher Linse

Beim refraktiven Linsenaustausch wird die natürliche Linse des Auges durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Stärke der künstlichen Linse wird so berechnet, dass die vorhandene Fehlsichtigkeit vollständig korrigiert wird.

Dieses Verfahren wird in erster Linie zur Korrektur der Alterssichtigkeit eingesetzt. Dabei verwendet man meist Linsen für einen erweiterten oder den gesamten Sehbereich. Mit diesen Linsen können Patienten nach der Operation in mehreren Entfernungen scharf sehen und benötigen somit keine Fern-, Computer- oder Lesebrille mehr.

Welche Linse passt, wird erst nach ausführlicher Voruntersuchung und Beratung entschieden.

Der Eingriff erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert etwa 10 Minuten pro Auge.

Dr. Steinwender im Operationssaal mit Kunstlinse in der Hand

Linsentypen

Es gibt eine Vielzahl von Linsen, die Rahmen eines Linsenaustausches eingesetzt werden können. Dabei gibt es nicht die eine perfekte Linse, die zu jedem passt, denn jede Linse hat ihre Vor- und Nachteile. Es ist entscheidend, die für Sie am besten geeignetste Linse auszuwählen, also jene die am besten zu Ihrem Auge und Ihrer persönlichen Lebenssituation passt. Zusammen können wir diese Entscheidung nach einer ausführlichen Voruntersuchung treffen.

Trifokale Intraokularlinse von Hoya mit diffraktivem Design

Monofokale Linsen

Monofokale Linsen sind die weltweit am häufigsten verwendeten Linsen. Sie korrigieren nur eine Entfernungseinstellung, normalerweise die Ferne. Das heißt nach der Operation sieht der Patient ohne Brille in der Ferne sehr scharf, benötigt aber für die Nähe eine Lesebrille. Bei zuvor stark kurzsichtigen Patienten entscheidet man sich aber auch manchmal dafür, eine geringe Kurzsichtigkeit (ca. -2,5 Dioptrien) zu belassen. Damit kann man ohne Brille lesen, benötigt aber dafür eine Brille für die Ferne. Monofokale Linsen sind ideal für Patienten, die die Verwendung einer Lesebrille nicht als störend empfinden und die keine Kompromisse hinsichtlich der Sehqualität eingehen wollen. Auch bei diversen Vorerkrankungen der Augen (Makuladegeneration, Glaukom) sind sie die Linsen der Wahl.

Linsen für den gesamten Sehbereich

Diese werden auch Full Range of Field-Linsen oder Multifokallinsen genannt. Es handelt sich dabei um Mehrstärkenlinsen, die sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharfes Sehen ohne Brille ermöglichen. Damit soll neben der Fernbrille auch die Lesebrille überflüssig werden. Im Gegensatz zu monofokalen Linsen weisen multifokale Linsen nicht nur einen, sondern mehrere Brennpunkte in der Linsenoptik auf. In der Regel werden heute trifokale Linsen verwendet, mit einem Brennpunkt für die Ferne, einem für den Zwischenbereich (Computer- und Handy-Distanz) und einem für die Nähe zum Lesen. Solche Linsen für den gesamten Sehbereich funktionieren nur dann gut, wenn die Augen gewisse anatomische Voraussetzungen erfüllen (Pupillengröße, Beschaffenheit der Hornhaut und Netzhaut). Diese Kriterien werden im Rahmen der umfassenden Voruntersuchung abgeklärt. Allerdings muss man auch gewisse Nachteile, die durch die spezielle multifokale Optik und das damit einhergehende Streulicht entstehen, akzeptieren. So kann einerseits das Kontrastsehen bei schlechten Lichtverhältnissen herabgesetzt sein und andererseits vor allem beim nächtlichen Autofahren störende Lichtkränze rund um punktförmige Lichtquellen auftreten. Nichtsdestotrotz ist nach einer sorgfältigen Voruntersuchung und bei Vorliegen einer gewissen Kompromissfähigkeit die Zufriedenheit mit multifokalen Linsen durch die damit erzielbare Brillenunabhängigkeit sehr hoch.

Linsen für einen erweiterten Sehbereich

Solche Linsen werden auch als Linsen mit erweiterter Tiefenschärfe oder als Extended Depth of Focus (EDOF)-Linsen bezeichnet. Solche Linsen haben im Vergleich zu den Linsen für den gesamten Sehbereich eine etwas abgeschwächte Wirkung und ermöglichen ein gutes Sehen ohne Brille in der Ferne sowie im Zwischenbereich (Computer- und Handy-Distanz). Um im wirklichen Nahbereich gut sehen zu können (z.B. für das Lesen von Büchern) wird aber oft noch eine Lesebrille benötigt. Durch die abgeschwächte multifokale Wirkung sind bei diesen Linsen aber auch die störenden Nachteile (Lichtkränze, herabgesetztes Kontrastsehen) weniger stark ausgeprägt als bei Multifokallinsen. Diese Linsen sind geeignet für Patienten, die überwiegend am Computer arbeiten, Sport betreiben oder ein Musikinstrument spielen, und denen es nichts ausmacht, für das Lesen eines Buchs eine Lesebrille zu verwenden.

Torische Linsen

Torische Linsen sind Linsen, die dazu dienen, eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) zu korrigieren. Wenn bei Vorliegen einer Hornhautverkrümmung keine torische Linse im Rahmen des Linsenaustauschs verwendet wird, ist in vielen Fällen trotz Ausgleichs der Kurz- oder Weitsichtigkeit eine Brille für die Ferne und die Nähe nötig. Die torischen Linsen werden speziell für Ihr Auge berechnet und müssen im Auge auch präzise in die richtige Achslage gedreht werden. Sofern Sie eine Hornhautverkrümmung haben, sollten jedenfalls torische Linsen verwendet werden, da sie defacto keine Nachteile haben und praktisch immer ein Stück mehr Brillenfreiheit bieten. Besonders wenn mittels Linsen für den gesamten Sehbereich (Multifokallinsen) eine weitgehende Brillenfreiheit erzielt werden soll, ist die gleichzeitige Korrektur einer eventuellen Hornhautverkrümmung (mit torischen Multifokallinsen) eine Voraussetzung für ein gutes Ergebnis.

Ablauf und Nachsorge

Der Ablauf entspricht dem der Operation des Grauen Stars, nur dass die eigene Linse noch klar ist. Die natürliche Linse wird mit Ultraschall verflüssigt, abgesaugt und durch die berechnete Kunstlinse ersetzt, die über einen kleinen Zugang eingebracht wird und sich im Kapselsack entfaltet.

Operiert wird meist zuerst ein Auge, das zweite folgt in der Regel nach einigen Tagen bis wenigen Wochen. So lässt sich das Ergebnis des ersten Auges in die Planung des zweiten einbeziehen. In manchen Fällen können die Operationen auch beidseitig an einem Tag durchgeführt werden.

Einige Tage nach dem Eingriff erfolgt die erste Kontrolle. Die Sehschärfe bessert sich meist rasch, das Gehirn braucht jedoch gerade bei Linsen für den gesamten Sehbereich Zeit, sich an die neue Abbildung zu gewöhnen. Diese Eingewöhnung dauert typischerweise einige Wochen bis wenige Monate. In dieser Phase sind Lichthöfe und Blendeffekte bei Nacht häufig und nehmen üblicherweise ab.

  • Augentropfen nach Plan über mehrere Wochen
  • In den zwei Wochen nicht am Auge reiben, kein Druck auf das Auge
  • Schwimmbad, Sauna und Gartenarbeit für etwa zwei Wochen meiden
  • Die endgültige Brillenbestimmung, falls überhaupt nötig, erfolgt erst nach einigen Wochen

Grenzen und Abgrenzung

Ein Linsenaustausch ist ein Eingriff im Augeninneren und damit ein größerer Schritt als eine Laserbehandlung an der Hornhaut. Er wird deshalb erst empfohlen, wenn die eigene Linse ohnehin an Leistung verliert. Vor dem 55. Lebensjahr ist er nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Für Jüngere mit einer hohen Fehlsichtigkeit ist die EVO ICL meist besser, weil die natürliche Linse und damit die eigene Naheinstellung erhalten bleibt. Liegen die Werte im Laserbereich, sind Femto-LASIK oder SmartSight Nova (mit Monovision) die bessere Option. Gerade in diesen Fällen ist es wichtig, dass Ihr Operateur alle Behandlungsoptionen beherrscht und anbietet.

Nach einem Linsenaustausch kann kein Grauer Star mehr entstehen, weil die getrübte Linse dann bereits ersetzt ist. Bildet sich später eine Trübung der hinteren Kapsel, lässt sich dieser Nachstar in wenigen Minuten mit dem Laser behandeln.

Eignung

Das Verfahren wird empfohlen bei Weitsichtigkeit frühestens ab dem 50. Lebensjahr und bei Kurzsichtigkeit frühestens ab dem 55. Lebensjahr. Bei kurzsichtigen Patientinnen und Patienten vor dem 60. Lebensjahr sollen alternative Methoden wie Laser mit Monovision besonders geprüft werden.

  • Vor jeder Operation steht eine ausführliche Voruntersuchung mit moderner Diagnostik.
  • Bei Linsen für den gesamten Sehbereich ist ein gesundes Auge ohne Frühzeichen von Erkrankungen eine wichtige Voraussetzung.
  • Kontaktlinsen können Messwerte beeinflussen: weiche Linsen sollen mindestens 1 Woche, harte mindestens 2 Wochen vor der Untersuchung pausiert werden.
  • Für die pupillenerweiternde Untersuchung dürfen Sie während der Wirkdauer von 3 Stunden nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Linsenaustausch mit Multifokallinse in Graz?

Der refraktive Linsenaustausch mit Multifokallinse kostet 3.400 Euro pro Auge. Enthalten sind die Kunstlinse, die Operation, sowie die Kontrollen im ersten Monat. Da es sich um einen Wunscheingriff ohne Grauen Star handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht.

Brauche ich danach noch eine Lesebrille?

Mit einer Linse für den gesamten Sehbereich (Trifokallinse) kommen die meisten Behandelten im Alltag ohne Brille aus. Mit einer Linse für den teilweisen Sehbereich ist man den Großteil des Tages brillenfrei, für kleine Schrift bei schlechtem Licht ist meist noch eine Lesebrille nötig. Mit einer monofokalen Linse ist eine Lesebrille dagegen die Regel.

Kann ich nach einem Linsenaustausch noch Grauen Star bekommen?

Nein. Der Graue Star ist die Trübung der natürlichen Linse, und diese ist nach dem Austausch nicht mehr vorhanden. Möglich ist ein sogenannter Nachstar, eine Trübung der verbliebenen Kapsel, die ambulant mit dem Laser in wenigen Minuten behoben wird.

Wie lange dauert die Gewöhnung an eine Multifokallinse?

Die Sehschärfe ist meist rasch da, die Gewöhnung an das Sehen in mehreren Entfernungen dauert einige Wochen bis wenige Monate. Lichthöfe bei Nacht sind in dieser Zeit häufig und nehmen üblicherweise deutlich ab.

Werden beide Augen am selben Tag operiert?

In der Regel nicht. Üblich ist ein Abstand von einigen Tagen bis wenigen Wochen, damit das Ergebnis des ersten Auges in die Planung des zweiten einfließen kann. In manchen Fällen können aber auch beide Augen am selben Tag operiert werden.

Der erste Schritt

Klarheit beginnt mit einer Untersuchung.